Ich befinde mich ja gerade in der Anfangsphase meiner Wechseljahre.
Im Moment kann ich darüber noch lachen.

Da bin ich hundemüde, liege im Bett, gähn mir ein Wolf und plötzlich kommt die nächste Wallung.

Decke rauf, Decke runter. Schweiß perlt über den ganzen Körper. Und wenn ich dann endlich einschlafe, wache ich nach zwei Stunden wieder auf, habe Durst und natürlich muss ich (schon wieder) auf die Toilette.

Natürlich bin ich dann wieder hellwach.

Und da fällt mir doch letzte Nacht nichts Besseres ein, als über die Rechts-Links-Schwäche von mir und offenbar vielen anderen Frauen zu philosophieren.

Das ist doch wirklich ein Phänomen, oder?

Ich überlege, seit wann ich eigentlich rechts und links verwechsle. Dokumentiert habe ich „mein erstes Mal“ natürlich nicht. Aber wenn ich so zurückdenke, würde ich sagen, dass ich das wahrscheinlich seit Anfang meiner Dreißiger habe.

Mein Mann nimmt das mit Humor.

Wenn ich neben ihm im Auto sitze, bin ich meist sein menschlicher Navigator.

„In 100 Metern musst du links abbiegen“, sage ich. „Dein links oder mein links?“, fragt er. Ich lasse vor meinem inneren Auge die eben gemachte Handbewegung Revue passieren und sage: „Dein links“.

Manchmal, wenn es schnell gehen muss, sage ich „Links!“ und bewege meinen rechten Arm in Richtung rechts. Und wenn er dann meine Armbewegung nicht wahrnimmt und sich wirklich links einordnen will, sage ich noch einmal bestimmt: „LINKS!“ und nehme gar nicht wahr, dass ich rechts meinte. „Ach dein links.“, lacht er dann.

Das ist schon ein bisschen verrückt, oder?

Nun, liebe Damen, wenn es euch genauso ergeht:

Wir sind echte Phänomene.

Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass Frauen im Durchschnitt beide Gehirnhälften viel stärker gleichzeitig nutzen und vernetzen als Männer. Das macht Frauen „genial im Multitasking“ und in der Empathie.

Die beiden Gehirnhälften der Frauen quatschen viel mehr miteinander und tauschen ständig Informationen aus, weshalb so ein spontanes „rechts“ oder „links“ oft im Austausch dann verwechselt wird.

Eigentlich ist das ein angeborenes, neurologisches Feature. Es hängt mit der Verdrahtung des weiblichen Gehirns zusammen. Und ganz ehrlich: es als „Feature“ zu bezeichnen mit dem Wissen, dass ich beide Gehirnhälften gleichzeitig benutze, macht die Sache doch viel charmanter, oder?

Gleichzeitig kennen wir ja diese Sache mit dem „räumlichen Sehen“.

Und da bin ich auf eine lustige Erklärung gestoßen.

Wir Frauen sind ja nicht dumm. Wir machen uns einfach nur mehr Gedanken. Und hier kommen wir zum Stand der Steinzeit. Unser Gehirn ist in weiten Teilen nämlich noch so verdrahtet. Nur waren damals noch keine Autos da und so mussten wir auch nicht parken. Das konnte ja damals noch keiner ahnen 😊

Jäger und Sammlerin

Männer mussten damals jagen und Mammuts erlegen. Also brauchten sie ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen.

Wie weit fliegt der Speer? In welchem Winkel läuft das Tier? Wie sieht das Gelände aus der Vogelperspektive aus?

Daher nutzten sie vor allem die rechte Gehirnhälfte, die dafür zuständig ist.

Frauen mussten die Sippe zusammenhalten und wussten genau, dass hinter dem siebten Stein, die besten Beeren wuchsen. Das erklärt auch, warum wir uns Wege besser merken können, wenn wir es mit Geschäften, Häusern und Merkmalen in der Umgebung verknüpfen. Hierbei nutzen wir – mal wieder – beide Gehirnhälften.

Auch bei der normalen Navigation am Zielort gibt es Unterschiede:

Während mein Mann fünfmal um den Block fährt, um möglichst nahe am Zielort zu parken, vielleicht sogar nochmal rechts und links in die Seitenstraßen fährt, um dort nach einem Parkplatz zu suchen, bin ich am Ende so verwirrt, dass ich gar nicht mehr weiß, ich welche Richtung wir gehen müssen.

Ich hatte ja auch noch nicht die Gelegenheit mir irgendwelche Merkmale am Zielort zu merken, da ich noch nicht wusste, wo wir am Ende parken würden.

Wenn ich am Steuer sitze, parke ich dort, wo der nächste Parkplatz ist, der auch groß genug ist. Und zwar genau auf meiner Route. Auch wenn ich ein paar Meter mehr laufen muss bis zum Zielort.

Beim Einparken macht sich das dann wie folgt bemerkbar:

Frauen machen sich unbewusst viel mehr darüber Gedanken:

Stehe ich zu nah am anderen Auto? Passt mein Auto da rein?

Währenddessen legt der Mann den Rückwärtsgang ein und brettert einfach rückwärts rein ohne darüber nachzudenken.

Ah ja, aber bevor ich es vergesse – mal unter uns:

Ich finde trotzdem, dass ich besser parken kann als mein Mann. Denn wenn ich mal drin stehe, dann steh ich drin. Und zwar korrekt. Dauert zwar länger, aber immerhin.

Deshalb an all die Frauen, die rechts und links verwechseln oder denken, sie könnten „schlechter“ einparken als Männer:

Neiiiiiiin…. Wir sind lediglich die Phänomene mit besonderen Features!


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