Seit nun zwei Tagen bin ich zurück von meinem Bosnien Urlaub.
Mir graut es schon vor morgen – meinem ersten Arbeitstag in einem Job, den ich schon gekündigt habe. Noch 10 Wochen durchhalten bis zum tatsächlichen Jobwechsel.
Ich freue mich, dass ich wieder eine saubere Dusche und ein sauberes Bett habe.
Andererseits war es abseits des Systems echt angenehm. Sobald wir in Deutschland waren, spürte man schon auf der Autobahn den gelebten Stress.
Ich hasse das. Sofort: Ablauf, Programm, Struktur.
Eigentlich mag ich Struktur. Es erleichtert vieles.
Unser gestrige Wocheneinkauf war jedoch trotzdem grauenhaft. Was für ein Stress. Was für eine Hektik!
Wenn ich mir vorstelle, so für den Rest meines Lebens in diesem kaputten System zu leben und zu funktionieren weiß ich auch nicht, ob ich das gut finde.
Ich bin irgendwie hin und her gerissen. Klar, so arm wie manch ein Bosnier möchte ich auch nicht sein. Andererseits dem deutschen Staat alles in die Tasche zu schmeißen und zusehen, wie die Politiker das Geld aus dem Fenster schmeißen, während unsereins machtlos zusieht, finde ich auch nicht gut.
Ich glaube nicht daran, dass sich das Blatt in Deutschland nochmal wendet.
Politiker haben ihre Glaubwürdigkeit längst zerschossen.
Ich frage mich, wie sich das Blatt noch wenden soll, wenn alles dafür getan wird, Deutschland bürokratisch zu zerstören.
Ja, die feinen Damen und Herren an der Macht sind fein raus und abgesichert.
Aber was ist mit der Mittelschicht und alle die darunter überleben sollen?
Selbst als jemand aus der Mittelschicht ist es schon lang kein Wohlstand mehr, sondern eher die Frage, wo man noch sparen könnte.
Das beste Beispiel zeigt mal wieder Jens Spahn mit seiner Doppelmoral. Jemand wie er kann sich das leisten, das deutsche Gesetz zu umgehen ohne eine Strafe zu bekommen.
Am Ende des Tages ist es ja für ihn sogar ein Gewinn, kein Fraktionsvorsitzender mehr zu sein. Am Ende des Tages sitzt er irgendwann in der freien Wirtschaft und streicht da weiterhin Millionen ein, während wir Abstriche im Bereich Gesundheit machen und um unsere Rente bangen müssen.
Aber Spahn ist ja nur ein aktuelles, plakatives Beispiel was in Deutschland läuft. Unser System hat ja auch über Jahrzehnte hart daran gearbeitet uns gefügig zu machen ohne aufmüpfig zu werden.
Ich glaube, man hört aus meinem Schreiben meine momentane Frustration. Sobald ich wieder voll „funktioniere“ legt sich der Frust bestimmt wieder. Der Alltag bestimmt dann wieder das Leben.
Ich glaube, wenn ich finanziell unabhängig wäre, würde ich mein Geld bestimmt nicht in Deutschland investieren.
Mein kleines Träumchen wäre irgendwo anders. Abseits der Stadt. Ländlich. Mit Tieren. Als Selbstversorger und Gastgeber. Einfach dort, wo man in Ruhe leben, wirklich leben kann.
Vielleicht wird das irgendwann Realität. Und ich kann jeden aus vollstem Herzen verstehen, der das Weite sucht.


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