
Dieser Artikel entstand im Februar 2022 über eine toxische Beziehung zu einer Person im Zeitraum 09/2021 bis 01/2022.
Solltest Du das Gefühl haben, dass dein Partner toxisch ist oder ein Narzisst, ließ meine Geschichte. Vielleicht öffnet sie dir Deine Augen. Keiner muss das ertragen. Egal wie schwer die Umstände auch sind.
Der toxische Narzisst und seine Prinzessin
Achtung, Achtung! Das ist kein Ratgeber. Sondern einfach nur ein „Verarbeitungsprotokoll“ über die Beziehung mit einem toxischen Narzissten.
Kleine Anekdoten zwischen den Zeilen…
Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Narzissten zu uns Empathen finden. Als zöge man sie magisch in das eigene Leben. Derweil will man doch nur geliebt werden…
Und zu Anfang schaffen sie es auch hervorragend, dass man sich in sie verliebt.
Gut, da gibt es tausend Bedenken nebenbei. Und zweihundert Zweifel… Aber irgendwie schaffen sie es trotzdem sich in das Herz des Empathen zu schleichen.
Und wenn sie uns dann haben, ist man abhängig. Emotional. Denn der Empath will die Welt retten. Oder den Narzissten. Kann ja sein, dass der Narzisst vielleicht doch lieb bleibt, oder?
Nein. Bleibt er nicht.
Man redet und redet und redet. Aber man redet mit einer Wand. Das kommt gar nicht bei den Gehirnzellen des Narzissten an, weil er nur seine Belange und Bedürfnisse sieht. Es scheint, als wäre da zwischen jeder einzelnen Gehirnzelle eine Blockade, die es unmöglich macht, die Informationen, die einem am Herzen liegen, dem Narzissten näher zu bringen.
Und selbst wenn du dann sagst „Ich mag das nicht!“, redet er so lange darauf hin, bis du sagst, „okay, für dich mache ich das.“ Und dann ist der Narzisst beleidigt, weil du das machen willst, weil ER das mag, aber nicht, weil DU das magst! …. Hättest ja gleich sagen können, dass du das nicht magst!! Hää?? Hab ich doch!! Nein. Hast du nicht! Doch! Nein. Okay…
Diese Szenerie wiederholt sich übrigens immer und immer wieder. Selbst bei den gleichen Handlungen oder Gesprächen. Es ist, als würde der Narzisst auf Reset drücken. Als hätte man dieses Thema ja noch niiiiiie besprochen. Haben wir aber. Mehrmals. Doch da kam noch nicht das gewünschte Ergebnis für den Narzissten aus dem Mund des Empathen.
Dieser Artikel ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Sonst lässt sich dieses ganze Übel und der Schmerz, der dem innewohnt, eigentlich gar nicht ertragen.
Natürlich gibt es weitaus schlimmere Narzissten, die ihre Menschen über Jahre hinweg emotional in der Hand haben und wirkliche Schäden dabei entstehen.Darum soll es aber gar nicht gehen.
Es soll als Wake-Up-Call gesehen werden.
Als ein „Das hast du nicht verdient, Prinzessin“, oder wie meine Freundin so schön zu mir sagte: „Das hat Du nicht verdient, SO behandelt zu werden.“
Stimmt. Im Grunde wusste ich das schon nach dem ersten Streit. Es war diese Magie des Toxischen. Die Magie der Manipulation. Der Wunsch, tatsächlich von ihm geliebt zu werden. Vom zuckersüßen Mann und Herzensbrecher, über dem Mann, der es schwer hatte und in der Vergangenheit betrogen wurde bis zum absoluten Vollarsch, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Es hat schon was Romantisches, dieser ständige Kampf… Ähm… Nein, das war sarkastisch. Man klebt an der Hoffnung „Bitte bleibe dieser nette Mann (…von dem du selbst sagst, dass du der bist!! VERDAMMT!! Bleib so und sei nicht so ein ARSCHLOCH!!)“. Pustekuchen. Er wird wieder zum Arschloch mutieren. Und natürlich bin ICH schuld. Nicht er… Nein. Zum Streiten gehört nur einer. Ähm, eine. Das brave, narzisstische Lamm schaut dich mit seinen schönen Augen an und aus dem Nichts wirft er noch das Wort „Schlampe“ ein. Nicht dass er das aus reiner Bosheit sagt… Neiiiiiin. Ich war SO schrecklich. Ich habe ihn so provoziert, dass er das sagen musste! Sonst könnte er mich ja nicht anders „erziehen“… Das waren seine Worte. Nicht meine.
Es gibt übrigens weitaus unkompliziertere Beziehungen als eine toxische Beziehung mit einem Narzissten.
Aber jetzt erst einmal zu den Eigenschaften eines Narzissten. Vielleicht macht es ja bei dem ein oder anderen „Klingelingeling“?!
Mal abgesehen davon, dass das eine Persönlichkeitsstörung ist, gehen die Eigenschaften bei einigen Menschen auch ohne Persönlichkeitsstörung deutlich in diese Richtung. Also sieh es mir nach, dass ich das nicht diagnostisch beurteile und in meinen Geschichten einbaue. Ist ja schon schlimm genug, dass manche Menschen so egozentrisch sind und es noch nicht einmal merken.
Der Narzisst ist echt ein Problem. Entschuldigung, er HAT ein echtes Problem. Mit sich selbst. Er hat ein echtes Verlangen nach Aufmerksamkeit. Er braucht die Bewunderung. Ist arrogant und selbstverliebt. Kritik ist für ihn ein Grund auf Angriff zu gehen. Er hasst Ablehnung. Und kann durchaus auf Krawall gebürstet sein. Meistens ist er das auch.Im Streit sieht der Narzisst nur sich und hat natürlich immer Recht. Er ist überhaupt nicht in der Lage, die Seite des anderen aufzunehmen und zu verstehen. Das will er auch gar nicht. Er wird auch immer das letzte Wort haben wollen. Nein, er WIRD das letzte Wort haben.
Zudem fehlt ihm das nötige Einfühlungsvermögen. Was Empathen „zu viel“ haben, haben Narzissten zu wenig. Deutlich zu wenig.
Ein Narzisst erobert seine „Beute“ und wenn er sie hat, zeigt er sein wahres Gesicht. Er möchte die Eroberung besitzen und über sie bestimmen.
Einen Narzissten sollte man nicht kränken, denn sie sind sehr rachsüchtig und möchten ihren Peiniger dann Schmerz zufügen. Und sei es nur emotionalen Schmerz.
Narzissten haben einen Hang zu Perfektionismus, Größenideen, fühlen sich groß, wenn sie andere Menschen abwerten können, leben Ärger, Wut und Aggressivität aus. Denken auch, sie wären im Bett die Größten. Vielleicht hat der Narzisst den Größten. Was jedoch noch lange nicht bedeutet, dass er damit der King im Bett ist. Letztendlich interessiert es den Narzissten auch gar nicht wirklich, ob der Empath befriedigt wird. Er selbst steht sich und seiner Befriedigung am nächsten. Er DENKT nur, dass wenn er fertig ist, dass der Empath dann wohl auch fertig sein müsste.
Ein Narzisst hört sich selbst am liebsten reden. Sein Horizont ist beschränkt auf seine Sicht der Dinge.
Es geht um seine Welt, seine Ziele, Belange, Empfindungen, seine Wahrnehmung. Was ein anderer sagt, hört er meinst nicht – oder beachtet er nicht.
Narzissten übernehmen keine Verantwortung für ihr Handeln oder ihr Gerede. Sie kennen keine Reue und halten es nicht für nötig sich zu entschuldigen. In Beziehungen sehen sie sich selbst als Opfer und geben dem Partner die Schuld an den Problemen. Sie haben kein Mitgefühl.
Narzissten reagieren oft unangemessen, irrational, sind impulsiv und leben ihre negativen Gefühle entsprechend stark aus.
So. Das ist dann noch sehr ernüchternd, finde ich.
Nun hat der Narzisst natürlich auch nette, liebevolle und charmante Seiten. Aber würde man eine Pro-und-Contra-Liste über diese Person aufführen, wird sich schnell herausstellen, dass die Contra-Seite deutlich länger wird, als die Aufstellung der Pro-Seite. Zumindest wenn man die Liste aus objektiver Sicht herunter schreibt.
Dieses ewige On-Off mit Nähe und krassen Beschimpfungen und Beleidigungen, der Wut und die Bosheiten machen den Empathen mit der Zeit mürbe und raubt ihn allmählich seine gesamte Energie.
Nun… genug philosophiert.
Diese Persönlichkeit gibt also genug Stoff, um reichlich Erfahrungen zu sammeln, die man eigentlich nicht haben möchte. Und natürlich ist das ein Grund aus dem Nähkästchen zu plaudern. Für irgendwas müssen diese Erfahrungen ja gut gewesen sein.
Es ist ja auch ziemlich interessant, wenn es nicht das eigene Leben betreffen würde. So ergeben sich Geschichten, bei denen man sich im Nachhinein mit den Augen rollt, die Brille auf die Nase zurechtrückt und denkt: „War ich das etwa?“, wie bei Steve Urkel aus der TV-Serie „Alle unter einem Dach“.
Ich denke mir auch: Alter! Ich bin eine erwachsene Frau! Ich kenne meine Ziele, ich habe einen Plan. Wieso zum Teufel lass ich mich auf so eine Kindergarten-scheiße ein?? Mit 45 Jahren!?
Ganz einfach: Es war AUCH schön!
Vielmehr war allerdings die ILLUSION dieser Person schön. Die Illusion der äußeren Hülle mit einer Persönlichkeit, die nur die schönen Momente darbietet. Denn das erste Mal, als er mich „Hure“ genannt hatte, bin ich fast vom Glauben abgefallen!
Und als wäre das noch nicht schon herablassend genug, war das lediglich beim ersten Streit, einer von vielen Ausdrücken, die ich noch hören sollte. Und davon gab es in immerhin nur 4 Monaten noch einige.
Wir hatten eine On-Off-Beziehung im Wochentakt. Kaum eine Woche verging ohne Streit. Nun war das allerdings nur eine Fernbeziehung! WhatsApp machts möglich sich auch über`s Schreiben und Sprachnachrichten anzuschreien und richtig anzukacken!
Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie mit einem Menschen innerhalb dieses kurzen Zeitraums so viel gestritten! Eigentlich streite ich nie. Aber er hatte es wirklich drauf, mit einer unfassbar krankhaften Eifersucht und Misstrauen und Beleidigungen mich innerhalb kürzester Zeit auf hundertachtzig zu bringen. – Und ich habe ja auch viel Geduld. Doch auch ich bin manchmal nicht mehr nett…. Mir war bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, welches Vokabular noch in mir schlummert!
Dieses Vokabular… Oh. Mein. Gott! Man könnte meinen, ich war zu einer 20-jährigen, geistig umnachteten Göre mutiert und wurde im Ghetto groß! Gut. Das mit dem Ghetto stimmt. Aber ich bin weit über 20!!
Nicht zuletzt möchte ich hier und heute festhalten, dass ich in diesen 4 Monaten meine ersten grauen Haare bekommen habe. Fünf, um genau zu sein. Ungefähr. Jedenfalls sind sie nun da. An den Schläfen. In meinen Wirbeln. Und zumindest ICH sehe sie. Und ich weiß GENAU, dass sie genau in diesem Zeitraum entstanden sind.
Ich hatte auch noch nie in meinem Leben das Gefühl, wenn mich etwas extrem ärgert, dass ich kotzen könnte. Ganz im Gegenteil! Eigentlich habe ich immer vor lauter Frust angefangen zu essen. Hier habe ich sogar 5 Kilo abgenommen. Gut… zumindest wollte ich eh abnehmen. Doch nicht mit permanenten Stress-Unterleibschmerzen. Zu guter Letzt war ich ohnehin wieder frustriert und habe auch wieder 3 Kilo zugenommen!
Tja, also zumindest lehrreich, die ganze Geschichte…. Aber genug davon. Kommen wir zu den Geschichten.
Wie alles begann:
Es war Sommer. Sommer 2021. Und ich war gerade am Packen. Ein Umzug von Bayern nach NRW stand bevor. Ich wollte einfach neu anfangen. Etwas neues Kennenlernen. Und da kam ER in mein Leben. Über Facebook. Nicht, dass ich Interesse hatte. Ganz im Gegenteil. Er war 15 Jahre jünger! Er war nur minimal älter als meine Tochter. Also gar nicht mein Ding. Noch dazu lebte er in München. Und genau von dort wollte ich gerade weg.
Er war immer sehr freundlich und lustig und interessant. Und tierlieb. Was dazu führte, dass wir uns weiterhin über den Facebook Messanger schrieben. Und obwohl es sehr sporadisch war, bedingt durch meinen Umzug und mein nur bedingtes Interesse (auf rein freundschaftlicher Ebene), führte es dazu, dass der Kontakt intensiver wurde und ich mich schließlich in ihn verliebte.
Irgendwie fand ich es absurd. Ich hatte mit meiner Freundin einige Gespräche. Und ja, bei den Promis findet man ja auch so einige Pärchen, wo die Frauen älter sind.
Er war charmant und verständnisvoll. Er sah gut aus. Er brachte mich oft zum Lachen.
Er gab seine Fassade wirklich zum Besten.
Er war derjenige, der mir in meinen Stories am meisten Herzen schickte.
Er schien stolz zu sein. Auf mich.
Er war mein Magnet.
Wir schickten uns Liebesschwüre. „Ich liebe Dich“, „Du bist mein Herz, mein Leben, mein Alles“, …Er war das wirklich für mich. Ich hatte schon so viele Jahre genau das nicht mehr zu jemanden gesagt.Er hatte mich komplett in der Hand.
Und ich glaubte an diese Lovestory.
Denn er gab mir keinen Grund daran zu zweifeln.
Bei unserer ersten Begegnung stieg er aus dem Zug, kam auf mich zu und noch bevor das erste Wort gefallen war, küsste er mich.
Und er machte sich immer wieder mit dem Zug auf den Weg von München nach NRW.Er bekochte mich. Und wenn wir einkaufen gingen, war er derjenige der zahlte.
Er versicherte mir immer wieder, wie toll er mich fand und dass er auf reifere Frauen stehen würde. Er möchte keine jungen Frauen. Wie oft er mir sagte, wie sehr er mich liebt…
Und in all meiner Unvollkommenheit (die mir durchaus bewusst war), nahm er mich so, wie ich war. Ohne jegliche Kritik.
Wir schmiedeten innerhalb kürzester Zeit Pläne. Er würde nach NRW kommen. Zu mir ziehen. Und als ich einmal eine türkische Hochzeit aus dem Fenster beobachtete, als ich mit ihm telefonierte, sagte er zu mir: „Wir werden eine noch schönere Hochzeit haben.“
Ich war ihm total verfallen.
Wir schrieben und telefonierten Tag und Nacht.
Manchmal bekam ich nur 3 Stunden Schlaf, weil es einfach viel reizvoller war mit ihm zu schreiben oder zu telefonieren. Und auch in der Arbeit oder während der Fahrt zur Arbeit hörte ich mein Handy unentwegt piepen.
Mein Geist war rund um die Uhr mit den Gedanken bei ihm. Und ich hatte so eine Sehnsucht nach ihm. Ständig.
Ich liebte seine kleinen Komplimente. Und sein Süßholzraspeln. Ich liebte es, wenn er sagte, dass ich „seine Frau“ wäre – „seine Prinzessin“.
Welche Frau wünscht sich das nicht? Die Nummer eins bei einem Mann zu sein. Jemand, der sie auf Händen trägt. Sie hofiert.
Die Mischung macht’s
Jede Frau hat natürlich so ihre eigenen Vorlieben – ihren eigenen Männergeschmack. Doch bei mir war es auf jeden Fall die Mischung zwischen lieb und sehr männliche Eigenschaften. Einerseits war er äußerlich sehr männlich. Und andererseits hat er auch schon mal gesagt, wo es lang ging. Er wusste genau, was er wollte und war, was das anging auch sehr deutlich.
In manchen Bereichen erleichtert mir das das Leben – keine Entscheidung treffen zu müssen. Zumindest in den Bereichen, die mir NICHT eklatant wichtig waren.
Und manchmal habe ich ihm einfach gewähren lassen. Ich war der Ansicht, dass dies unseren kulturellen Unterschieden geschuldet wäre. Denn ehrlich gesagt, ist es mir egal, welche Nationalität oder Herkunft jemand hat. Oder welchen Glauben er verfolgt. Wir leben im 21. Jahrhundert. Wir sind alle Menschen. Und jeder Mensch möchte glücklich sein und geliebt werden. Egal woher jemand kommt…
Solange die Liebe echt ist…
Statistik Whatsapp von 2 Monaten
Damit man mal ein Gefühl dafür bekommt, wie intensiv dieser Kontakt mit ihm war, habe ich die exportierten Whatsapp-Nachrichten mal ausgewertet.
Fast schon schade, dass ich nicht mehr den gesamten Schriftverkehr habe. Denn nach diesen 2 Monaten ging es ja erst richtig los!
Zusammengefasst kann man sagen, dass 2 Monate Whatsapp-Nachrichten 162 DIN-A4 Seiten füllen mit knapp 100.000 Wörtern. Das entspricht 2 durchschnittlich große Romane. Zusätzlich wurden 172 Bilder hin und her geschickt, 120 Sprachnachrichten, unzählige Videos und etlichen Telefonanrufen / Videocalls.
Ich wiederhole noch einmal:
In 2 Monaten, also rund 60 Tagen.
Neben den Themen, die das Zusammenziehen beinhaltete und diverse persönliche Themen, kann man glaube ich ganz gut erkennen, um was es noch gegangen ist, wenn man sich diese Auswertung mal ansieht:
| Aussagen | Menge |
| Prinzessin | 3 |
| meine Königin | 3 |
| Schwein (als Schimpfwort) | 4 |
| Schlampe (als Schimpfwort) | 5 |
| mein Alles | 5 |
| Hure (als Schimpfwort) | 6 |
| (ich bin) dein Mann | 6 |
| (du bist) Mein Leben | 8 |
| für immer | 11 |
| verpissen | 11 |
| Eifersüchtig | 13 |
| Hass | 25 |
| andere Männer | 25 |
| denk an dich | 29 |
| Popo | 30 |
| meine Frau (seine Aussage über mich) | 33 |
| Muschi | 46 |
| ficken | 52 |
| Arsch | 52 |
| vermiss dich | 53 |
| Sex | 87 |
| Stress | 93 |
| mein Herz | 121 |
| geil | 153 |
| ich liebe dich | 180 |
| Schatz | 214 |
| Liebling | 313 |
| Icon Herz | 578 |
| Icon mit Küsschen | 750 |
| Icon mit verliebten Augen | 928 |
Kommunikation mit einem Narzissten
Das an der Kommunikation etwas nicht in Ordnung ist, merkt man eigentlich auch ohne der große Spezialist zu sein. Und ich glaube, ohne den Narzissten jetzt herabwürdigen zu wollen: Ich hatte noch nie eine so oberflächliche Unterhaltung, die sich über einen so großen Zeitraum zog.
Es gab auch wirklich nichts, über was ich mit ihm reden konnte. Meine persönlichen Dinge. Ziele und Wünsche, … Weil sich letzten Endes die Unterhaltungen immer um seine Bedürfnisse und seinen Alltag drehten.
Er hatte auch nie verstanden, warum ich meinen Facebook Account nutze und Texte schreibe. Eigentlich sollte es naheliegend sein, wenn man als Autorin schreibt und somit auf sich aufmerksam machen möchte. Irgendwie hat er das nie verstanden…
Krankhafte Eifersucht des Narzissten
Klar, wenn es darum ging, dass er eifersüchtig auf meinen damaligen Chef war, dann ging es auch mal um meine Arbeit.
Man muss wohl auch nicht erwähnen, dass die Eifersucht völlig unbegründet gewesen war.
Schlimm wurde es allerdings „erst“ nach 3 Wochen unseres ersten Treffens.
Doch zu dem Zeitpunkt hatte er mich schon so um den Finger gewickelt, so dass ich regelrecht gelitten hatte, wenn wir stritten oder der eine den anderen blockierte.
Es war wie im Kindergarten und ich fühlte mich wie mit 25 Jahren.
Ich war süchtig nach dem Kontakt mit ihm.
Das ist eigentlich fast so, wie im Kindesalter: Egal wie gut oder schlecht die Eltern sind, du willst die Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern.
Und so war es ein ewiges On und Off. Es gab sehr schöne Momente. Aber es gab auch Momente, in denen ich dachte, dass ich im falschen Film saß.
Ich hätte alles für den Mann gemacht. Und keinesfalls wäre ich fremd gegangen! Ich hab ihn ja geliebt! Dachte ich zumindest.
Doch nach diesen 3 Wochen anfänglicher Schonfrist, war er schon eifersüchtig, wenn ein Mann nur mein Post auf Facebook geliked hatte und hat mir sogar unterstellt, dass da sonst was wäre! Es war absolut absurd.
Ich hatte sogar (jetzt werden mich die Menschen, die das hier lesen, für vollständig bekloppt halten) Überwachungskameras in meiner Wohnung aufgestellt, so dass er jederzeit sehen konnte, was ich mache! Es wäre mir gar nicht möglich gewesen fremdzugehen!
Stattdessen bekam ich Screenshots von ihm, welche Personen beziehungsweise Männer mein Post geliked hatten und ich durfte auch nicht mehr mit einem „Herz“ oder einer „Umarmung“ auf dessen Kommentare antworten.
Denn Respekt sollte ich nur gegenüber ihm haben. Und hierbei ging es darum, dass ich ihm zustimme und keine Widerworte von mir gab. Sonst wurde das als respektlos gewertet und er ging wieder an die Decke.
Ich hatte ihm viele Male erklärt, warum ich Posts schreibe. Meist ging es dabei sogar um Themen, die mir wichtig waren. Um Selbstliebe, Tod, Trauer, oder einfach nur um Alltagsgeschichten. Doch er las niemals meine Posts, sondern schaute sich nur die Kommentare an beziehungsweise wer sie geliked hatte.
Zuletzt bekam ich sogar den Vorwurf, dass viele Männer mich toll fanden und ich mir da schon einen aussuchen könnte. Zwei Screenshots waren anbei. Mit einem davon hatte ich genau EINMAL Kontakt. Nämlich als ich ihm zum Geburtstag gratulierte. SO sieht Kontrolle aus. (Ich habe keine Ahnung wie das geht…)
Liebesschwüre des Narzissten
An Liebesschwüren mangelt es dem Narzissten sicher nicht. Und ich glaube, er meint das in dem Moment auch so. Nur eben zu seinen Bedingungen.
Aussagen wie nachfolgende fallen nicht selten:
Ich liebe Dich
Du bist meine Frau
Ich bin dein Mann
Du bist mein Alles
Du bist mein Leben
Ich will mit dir alt werden
Ich will immer mit dir zusammen bleiben bis zum Tod
Ich mache alles für dich
Mein Herz
Mein Schatz
Mein Liebling
Ich vermisse Dich
Ich will dich heiraten
…
Und jetzt mal ehrlich. Welche Frau wünscht sich denn nicht solche Aussagen von einem Mann? Man ist verliebt, im siebten Himmel und der Mann redet von der ewigen Liebe.
Da werden schon mal die Alarmglocken auf „Snooze“ gestellt.
Gerade zu Anfang einer Beziehung weiß man ja noch nicht, auf was man sich da genau einlässt und dass das so ausarten könnte.
Schlimmer geht immer
Bei den Vorangegangenen Schilderungen handelt es sich vergleichsweise noch um recht harmlose Schilderungen, auch wenn meine Freundin einmal sagte: „Mir würde das Angst machen.“
Doch aufgrund meiner Erfahrungen war ich relativ „entspannt“, auch wenn ich zwischenzeitlich immer wieder Unterleibschmerzen bekommen hatte, sobald sich Stress mit ihm auftat.
Klar, psychischer Stress und Manipulation in Form von Herabwürdigung und Demütigungen, Beleidigungen und Unterstellungen, die schlichtweg nicht wahr sind, können einen schon zur Weißglut bringen. Und letztendlich hatte es auch bei mir psychosomatisch bemerkbar gemacht. Sonst hätte ich dem Spiel wohl weiter eine Chance gegeben.
Aus meiner Vergangenheit weiß ich aber, dass Narzissten durchaus noch schlimmer sein können.
Da kommt dann auch noch die körperliche Gewalt dazu.
Narzissten neigen dazu, explosionsartige Wutausbrüche zu bekommen. Oft weiß man gar nicht, wie einem geschieht, so überraschend kommt dieser Wutausbruch.
Vor einiger Zeit erzählte mir meine Bekannte, dass sie sich nach 18 (!!!) Jahren von ihrem Mann trennte, der ein Narzisst ist.
Sie sagte mir: „…Und dann hatte ich seine Faust im Gesicht.“
Als ich sie wohl mehr als erschrocken ansah, sagte sie „Ist nicht schlimm. Ist nichts passiert.“
Bei einer Frau, die so viele Jahre einen solchen Charakter miterleben musste und das als völlig normal ansieht, da möchte man sich nicht fragen, was da noch alles gewesen ist.
Doch, eine Sache erzählte sie mir noch: „Wenn ich zum Einkaufen ging, dann müsste ich manchmal ein Foto schicken, wenn ich an der Kasse war, weil er dachte, ich wäre sonst wo.“
An Beschimpfungen und Beleidigungen mangelte es scheinbar bei ihr auch nicht. Und irgendwie hat sie es trotz alledem geschafft ihre gute Seele und ihren Humor zu erhalten. Sie ist eine starke Frau.
Manche Frauen zerbrechen daran.
Vor 20 Jahren bei meinem ersten Narzissten wäre ich fast zerbrochen. Gott, was habe ich diesen Mann geliebt (und schließlich gehasst!!).
Er war unglaublich gutaussehend. Eigentlich gar nicht meine „Liga“. Ich war sofort verliebt. Und er nutzte das über drei Jahre lang aus.
Er nutzte wohl jede Gelegenheit, um fremdzugehen. Da er beruflich öfter unterwegs war und er eine magnetische Anziehung auf Frauen hatte, nutzte er auch jede Gelegenheit aus, wenn ihm danach war.
Selten hatte ich Beweise. Denn neben seinem guten Aussehen, war er zudem intelligent. Doch mein Körper zeigte mir jedes Mal, wann er wieder fremd gegangen war. Denn jedes Mal, wenn er zurück kam und wir Sex hatten, hatte ich anschließend eine genitale Infektion.
Ein Wunder, dass ich nicht schlimmer erkrankte in dieser Zeit.
Er war ein Meister der Manipulation. Er hatte mich komplett unter Kontrolle. Und ich zu dem damaligen Zeitpunkt kein bisschen Selbstwert oder Selbstliebe.
Auf meinen Nachfragen oder in Streitgesprächen wurde er entweder aggressiv oder das ein oder andere Mal hatte ich dann auch seinen Handabdruck in meinem Gesicht. Doch er konnte mich zudem so manipulieren, dass ich irgendwann dachte, dass ich verrückt werden würde.
Ich werde nie vergessen, mit welchen Sätzen er mir meinen Verstand nahm:
„Tina, das ist nicht so, wie du das denkst“
„Tina, das ist nicht so, wie du das gesehen hast.“
Wenn du das viele Male hörst, ohne jeglichen Selbstwert und dem Mann hörig bist, denkst du: Okay, vielleicht stimmt das, wenn er das so sagt. Vielleicht habe ich mich verschaut. Vielleicht habe ich das einfach falsch interpretiert. Vielleicht denke ich einfach was Falsches.
Auch wenn ich ganz genau wusste, dass ich dies oder jenes gesehen hatte, zweifelte ich irgendwann tatsächlich an dem, was ich gesehen hatte und auch an meinen Schlussfolgerungen.
Eigentlich kann man sich dann nur noch in die Nervenanstalt begeben. Oder einen radikalen Schlussstrich ziehen, sofern es möglich ist.
Ich konnte es Gott sei Dank machen. Den Schlussstrich, meine ich.
Ich sagte diesem Mann: „Ich liebe dich, aber du musst gehen.“
Das war es dann auch.
Doch nicht ohne, dass er mir noch weitere 5 Jahre schaden wollte über Anwälte und Gerichte.
Pünktlich, nahezu an jedem Wochenende bekam ich Post von einem Anwalt. Entweder von seinem oder von meinem.
Und da wuchs der Hass in mir.
In meinem Leben habe ich noch nie so gehasst und werde es auch sicher nie wieder so sehr tun.
Er ließ mich einfach nicht weiterleben. Er wollte mir weiterhin schaden. Und das machte mich irgendwann so fertig, so dass ich irgendwann fast jedes Mal einen Nervenzusammenbruch bekommen hatte oder einen hysterischen Anfall, wenn ich nur den Anwaltsbrief gesehen hatte.
Doch irgendwann endete auch das. Und anschließend konnte mein Hass verfliegen.
Und wahrscheinlich war das sein Glück, denn ich hatte mir ernsthafte Pläne darüber gemacht, wie ich ihn beseitigen konnte. Ich hatte ernsthafte Mordpläne, die mir im Kopf herumspuckten. Ich hatte einen unglaublichen Hass – phasenweise. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, als den, mich an ihm zu rächen.
Kannst du den Narzissten „retten“?
Nein. Du kannst ihn nicht retten. Er ist sich selbst am nächsten. Und er kann gar nicht nachvollziehen, was in dir vorgeht. Narzissten brauchen professionelle Hilfe, damit sie lernen mit ihrer Wut, ihrer unbändigen Eifersucht und den Hass umzugehen beziehungsweise regulieren können. Erst mal für sich selber. Aber auch, um ihre Umwelt nicht zu schaden.
Soll ich mich von dem Narzissten trennen?
Das ist eine höchstpersönliche Frage, die man nur für sich selbst beantworten kann.
Manche Menschen kommen mit Narzissten klar. Vielleicht ist der Narzissmus auch nicht so ausgeprägt. Und ich denke, solange man darunter nicht leidet, ist das wohl eine Sache, die man nur für sich selbst entscheiden kann.
Wenn man jedoch darunter leidet und sich selbst aufgibt und das Leben nur noch daraus besteht, dem Narzissten zu gefallen und ihm alles recht machen zu wollen, dann sollte man die Reißleine ziehen. Unabhängig von der finanziellen oder familiären Situation. Egal wie lange man schon mit ihm zusammen ist.
Und dabei gibt es viele Hilfsangebote. Ob telefonische Seelsorge oder auch ein Frauenhaus.
Das ist keine Schande sich in der Not Hilfe zu suchen.
Was sollen die Nachbarn oder die Familie denken?
Ganz ehrlich? Scheiß drauf!
Es geht um DEIN Leben! Und jedes Leben ist wertvoll.
Man muss sich nicht beleidigen lassen. Beschimpfen oder schlagen lassen. Man muss sich nicht selbst aufgeben für jemand anderen. Man muss nicht seine Werte aufgeben. Seine Ziele, Träume und Wünsche, nur um jemanden anderen zu gefallen. Man muss sich nicht mit einer abgrundtiefen Wut und einem Hass und krankhafter Eifersucht permanent konfrontieren lassen.
Denn das ist keine Liebe. Das ist Selbstaufgabe.
Liebe ich den Narzissten noch?
Irgendwie ja. (Stand: 02/2022)
Wenn ich darüber nachdenke, ist es irgendwie absurd. Denn ich hatte niemals in meinem Leben in so einer kurzen Zeit so viel gestritten. In der Beziehung vor 20 Jahren, waren die emotionalen Wellen, die UP´s and Down´s, in größeren Zeitabständen. Nicht weniger schlimm. Aber ich denke, ich hatte damals einfach noch nicht den Selbsterhaltungstrieb von heute, durch den ich mich selbst da raus bringen konnte. Ich empfand das damals als „normal“, weil mir die Erfahrung an Beziehungen fehlte. Das war nämlich meine zweite Beziehung. Und meine erste war schon schlimm, bei der ich mich sogar ins Frauenhaus flüchtete.
Bei dieser aktuell letzten Beziehung waren die Wut-Zyklen deutlich kürzer. Und ich war erfahrener. Ich lasse viel über mich ergehen. Und ich bin der Ansicht, ein Mann sollte auch mal auf den Tisch hauen dürfen. Aber es darf nicht zu krankhaften Handlungen kommen.
Also was liebe ich an diesen Narzissten?
Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch gute Seiten hat. Einfach jeder. Und auch dieser Narzisst hat seine schönen Seiten. Er hat in seinen guten Phasen ein echt schönes Herz und eine schöne Seele.
Ich will einfach daran glauben. Denn diese Seite habe ich auch kennengelernt.
Doch die Illusion lässt sich nicht in die Realität umsetzen.
Was mache ich mit der Erfahrung? Für was bin ich dankbar?
Wie gern würde ich sagen, dass wir uns wieder sehen wollen und wir Freunde sein werden oder sogar mehr. Mein Herz würde sofort JA sagen.
Doch stattdessen nehme ich Abstand. Schweren Herzens. Und ich glaube, das geht vielen Betroffenen so. Es ist nicht so, dass ich diese Liebe (die Illusion) nicht mehr haben wollen würde. Doch das ist schlichtweg nicht möglich.
Ich bin dankbar. Für die Erfahrungen, die ich machen konnte. Und auch für die Liebe, die er mir geschenkt hat.
Ich möchte nicht wütend sein. Oder traurig. Vielleicht bin ich ein bisschen traurig. Noch eine Weile. Denn Träume sind zerbrochen.
Doch hat das Resonanzgesetz mir diesen Mann geschickt und mich damit beschenkt. Ich konnte wieder lernen. Und testen, wie stark ich bin. Ich konnte durch ihn einiges Lernen. Zum einen konnte ich seine Kultur kennenlernen. Ich konnte etwas über Liebe lernen. Aber auch über Wut. Ich lernte meine Grenzen kennen. Ich lernte meinen Körper neu kennen. Wie viel ich ertragen konnte. Er hat mir viele spannende Geschichten erzählt. Und nicht zuletzt war er der Auslöser für diesen Artikel. Klein aber fein.
Ich bin dankbar für diese Erfahrung.
Manchmal gibt es eben kein Happy End… Und das ist gut so.
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Nachtrag 09.05.2026:
Dieser Artikel entstand im Februar 2022. Nach dieser „Trennung“, wenn man das überhaupt als „Beziehung“ bezeichnen konnte, hatte ich ihn über Monate blockiert. Einfach, um Ruhe zu haben. Um nicht mehr darauf rein zu fallen. Um nicht mehr seine Beleidigungen und Beschimpfungen anhören zu müssen.
Doch allein dadurch, dass ich ihn blockiert hatte, sah ich natürlich immer wieder seine Nummer. Sie hatte sich schon in meinen Kopf eingebrannt. Deshalb löschte ich sie endgültig.
Mein Leben ging weiter. Ich lernte meinen jetzigen Mann kennen und wir heirateten schließlich.
Und dann passierte es: Mein Mann und ich waren gerade im Ausland. Januar 2025. 3 (!!) Jahre später. Ich bekam eine Nachricht. Sie war von ihm. Ich bin fast vom Glauben abgefallen. Wie krank ist das bitte?
Diesmal war ich stark. Klar. Nun hatte ich WIRKLICH einen tollen Mann an meiner Seite.
Direkt zur Begrüßung schrieb ich ihm: „Ja, ich weiß wer mir schreibt. Ich habe geheiratet. Alles Gute.“
Diesen letzte Nachricht hat hoffentlich endgültig zum Cutt geführt. Ich hoffe, ich höre nie wieder von ihm. Ich hoffe, die Frauen, die ihm in Zukunft begegnen, müssen nicht lange leiden. Ich hoffe, er tut keinem mehr weh.
Bitte denke daran, dass es Stellen gibt, an die man sich wenden kann. Unter anderem das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ 116 016, der Weißer Ring e.V. oder ähnlichen Institutionen.
Du bist nicht allein.

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