Als gebürtige Münchnerin mit einem Wohnsitz von über 25 Jahren in Erding bin ich irgendwie vor 14 Monaten in Mannheim gelandet.

Als gebürtige Münchnerin mit einem Wohnsitz von über 25 Jahren in Erding bin ich irgendwie vor 14 Monaten in Mannheim gelandet.

Naja, so ganz „irgendwie“ war das ja nicht. Meine Mama und mein Stiefvater leben hier. Und so haben es die Umstände ergeben, dass mein Mann und ich in Mannheim gelandet sind.

Und gerade als der erste Artikel auf diesem Blog entstanden ist, war die Zufriedenheit mittelmäßig.

Kurz davor nämlich besuchten wir meinen Vater im bayrischen Erding. Und ja, ich vermisse den Dialekt.

Doch im Moment bin ich wirklich froh, hier zu leben. Nah bei meiner Mutter, die sich gerade im Krankenhaus befindet.

Bevor wir nach Mannheim kamen, sagte ich, ich möchte nie mehr in einer Großstadt leben. Es ist laut, es ist wenig Natur, es ist anonym.

Auch wollte ich nicht jenseits der Weißwurstgrenze ansiedeln…

Bei uns sagt man „Brezn“, nicht „Breze“. Es ist ein „Lebakaas“, nicht „Fleischkäse“ und „Semml“, nicht „Brötchen“. Und was ich wirklich, WIRKLICH vermisse, ist die „Splitterbombe“ (Foto) auf dem Volksfest. Da verpasst ihr echt was! Das war bei mir immer ein MUSS, wenn ich auf dem Volksfest in Bayern war…

Nun…

Da ging ich doch neulich in den Kaufland rein zum Bäcker und sah den Leberkäs. Dann sah ich auf das Schild: „Fleischkäsebrötchen“. Oh mein Gott. Nicht „Lebakassemme“.

Das „Fleischkäsebrötchen“ kam mir echt schwer über die Lippen. Das war, als würde man was ganz anderes bestellen.

Und wenn ich dann im Bus sitze oder an der Kasse im Supermarkt stehe und den Ur-Mannheimer beim Sprechen zuhöre, möchte ich immer sagen: „Gott! Punkt! Wo ist der Punkt? Stimme runter beim Punkt!“

Aber natürlich haben die Mannheimer auch sehr nette Seiten. Und ich bin froh, dass wir nahe dem Neckar wohnen. Ein bisschen Natur tut mir unheimlich gut. Auch hat man alles in der Nähe, was man braucht.

Aber diese Huperei geht mir richtig auf den Keks. Was ist das nur für eine Eigenart, bei jedem Furz zu hupen?

Beim Begrüßen, wenn man nicht sofort losfährt, sobald die Ampel von rot auf gelb umschlägt, statt zu bremsen – wird gehupt, usw.

Die E-Bikes fahren so schnell, dass man am besten auf die Seite springt. Und falls man das nicht sofort bemerkt, weil das Radl von hinten kommt, wird man in letzter Sekunde angeklingelt, sodass ich jedes Mal kurz vor einem Herzinfarkt bin.

Aber trotzdem ist Mannheim ja nicht soo schlecht. Nur gewöhnungsbedürftig – als Kleinstadtkind.

Mein Mann und ich haben beide einen Job, eine Wohnung und wir können hier auch schöne Sachen unternehmen.

Das ist okay. Wir haben viele Pflanzen auf unserer Terrasse und da machen wir es uns schön. Das ist ein Stück Heimat für uns.

Nach 14 Monaten sind wir also noch in der Eingewöhnungsphase. Und auch wenn so manche Dinge nicht da sind, so gibt es auch schöne Seiten.

Also, BESTIMMT ist Mannheim gar nicht so schlecht. Mein neues Zuhause jenseits der Weißwurstgrenze.


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