Herzlichen Glückwunsch! Du hast es auf den Chefsessel geschafft. Doch die lästigen Mitarbeiter machen dir das Leben schwer? Sie fordern „Struktur“, „klare Prozesse“ oder – Gott bewahre – finden es unmöglich, die komplette Rückstandsbearbeitung nach zwei Wochen Krankheit in schlanken drei Tagen wegzuarbeiten?
Keine Sorge. Mit dieser ultimativen Anleitung schaffst du es garantiert, eine Fluktuation von stabilen 80 % zu erreichen und dein Büro in eine gut geölte Drehtür zu verwandeln. Pack das Popcorn aus, hier kommt der Fahrplan für den perfekten Chef-Untergang!
Schritt 1: Die magische Zahlen-Kristallkugel
Verlange von deiner Buchhaltung grundsätzlich Cashflow und Ergebnisse, bevor die Belege der letzten Wochen überhaupt von den unnötig vielen ERP-Systemen in Zahlen-Daten-Fakten eingearbeitet wurden. Kurze Wochen wegen Feiertagen? Zwei Wochen Krankheit des Mitarbeiters? Völlig egal! Ein qualifizierter Mitarbeiter holt sich die gewünschten Zahlen mit einem Fingerschnippen. Und wenn die Realität der Abläufe im Weg steht, blaffe den Mitarbeiter einfach so lange an, bis die Zahlen von selbst ins System springen.
Schritt 2: Der Sündenbock-Universal-Schlüssel
Wenn in der Firma etwas schiefgeht, suche nicht nach der Ursache, sondern nach der Person, die gerade am nächsten an deinem Schreibtisch steht. Am besten eignet sich jemand, in dessen Stellenbeschreibung die Aufgabe gar nicht erst existiert. Schreie Sätze wie: „Du hast einfach keine Lust!“
Wenn der Mitarbeiter sachlich kontert, dass er dafür gar nicht zuständig ist, belohne diesen Mut direkt mit der Zusatzaufgabe, den Fehler der anderen Abteilung gefälligst sofort zu recherchieren. Jackpot!
Schritt 3: Multitasking bis zum Burnout fordern
Prioritäten setzen ist was für Anfänger. Als Top-Führungskraft forderst du alles gleichzeitig. Der Mitarbeiter soll den Rückstand aufholen, die aktuellen Zahlen wissen, das Mahnwesen wuppen und nebenbei noch Detektiv spielen, welche Rechnungen überhaupt noch nicht geschrieben wurden. Wenn der Trottel einwendet, dass der Tag nur 8 Stunden hat, lass deinen Puls steigen, sodass dein „Depp vom Dienst“ auch nonverbal an deinem rotwerdenden Kopf bemerkt, dass jedes weitere Wort von ihm die Zündschnur ist, die dich zum Explodieren bringt.
Schritt 4: Die Königsdisziplin – Das Eigentor-Schimpfen
Um deiner Belegschaft so richtig zu zeigen, was für eine inspirierende Führungskraft du bist, solltest du regelmäßig in ihrer Anwesenheit über das Team ablästern. Lass deinem Frust freien Lauf und brülle Sätze wie: „Entweder sind sie im Urlaub, oder sie sind krank, oder sie machen einfach gar nichts! So ein Scheißladen!“
Der psychologische Trick dabei: Ignoriere völlig die Tatsache, dass du der Chef bist, der diesen „Scheißladen“ leitet. Wenn der Kapitän lautstark brüllt, dass sein eigenes Schiff Mist ist, motiviert das die Crew ungemein, direkt über Bord zu springen.
Schritt 5: Das magische Aufgaben-Stapeln
Wenn aufgrund deiner genialen Führung mal wieder ein Mitarbeiter kündigt (oder du ihn in einem Anfall von Chef-Allmacht selbst feuerst), kommt dein strategisches Meisterstück: Verteile die liegengebliebene Arbeit einfach eins zu eins auf die verbliebenen Mitarbeiter. Wenn diese dann einen ungläubigen Blick riskieren, erinnerst du sie einfach an dein Grundmotto: „Ihr habt ja eh alle nicht genug zu tun und sitzt nur rum!“
So sparst du Personalkosten und optimierst die Auslastung bis zum kollektiven Nervenzusammenbruch. Genial!
Schritt 6: Kommunikation per Dezibel-Messung
Warum sachlich reden, wenn du auch so deinen Frust rausrotzen kannst? Nutze jede Besprechung für ein gepflegtes Cholerik-Gewitter. Ein guter Chef gibt dem Mitarbeiter das Gefühl, für das Chaos deiner Firma verantwortlich zu sein. Wenn der Mitarbeiter versucht, sich zu verteidigen – prima, dann hast du ihn genau da, wo du ihn haben willst: in der Defensive. So kannst du ihm wieder einmal zeigen wie großartig du bist!
Schritt 7: Die „Das haben wir schon immer so (nicht) gemacht“-Taktik
Wenn ein Mitarbeiter konstruktive Vorschläge macht, um das Chaos zu bändigen, würge es sofort ab. Wo kämen wir denn da hin, wenn plötzlich Prozesse funktionieren? Wenn 80 % der Leute gekündigen, liegt das schließlich an deren mangelnder Motivation – diese Idioten – aber niemals am System. Bleib deinem Chaos treu!
Schritt 8: Bloß kein Lob – das macht nur schwach
Sollte ein Mitarbeiter trotz deines Sabotage-Programms eine strukturierte, fehlerfreie Arbeit abliefern: Ignoriere es. Lob führt nur dazu, dass Menschen sich wohlfühlen. Und wer sich wohlfühlt, bleibt. Das würde deine wunderschöne Drehtür-Statistik ruinieren!
Schritt 9: Die „Ich habe nichts zu verschenken“-Geste
Sollte es ein Mitarbeiter nach Monaten des Dauerfeuers tatsächlich wagen, nach mehr Geld zu fragen, nutze die Gelegenheit für einen epischen Chef-Auftritt. Schau ihn entsetzt an und raune den legendären Satz: „Ich habe hier nichts zu verschenken!“ Als hätte dieser Mitarbeiter Leistung gebracht… Nicht auf deinem sinkenden Boot.
Mach ihm unmissverständlich klar, dass ein Gehalt keine Gegenleistung für seine Lebenszeit und Knochenarbeit ist, sondern großzügige Almosen deinerseits. Wer mehr Geld will, ist bei dir fehl am Platz und wird nur gezahlt, wenn für die Position GAR KEINER mehr im Unternehmen zur Verfügung steht.
Fazit für die Community:
Wenn dein Arbeitsplatz sich anfühlt wie eine Mischung aus Irrenanstalt und Vorhof zur Hölle und es sich nicht mehr lohnt, sich die Namen der Kollegen zu merken, weil sie eh bald wieder weg sind, liegt es nicht an dir.
Du hast es hier einfach mit einem waschechten Hornross im Chefsessel zu tun. Und wenn dieser seinen eigenen Laden als „Scheißladen“ betitelt, nimm ihn beim Wort!
Versuche nicht, das sinkende Schiff alleine zu retten, während der Kapitän die Löcher selbst in den Rumpf schlägt. Werde zum Gast auf Durchreise, schalte auf Durchzug, mache Dienst nach Vorschrift und wandere ganz entspannt zum nächsten, besseren Ufer. Lass die Drehtür hinter dir rotieren – du bist zu wertvoll für das verbitterte Ego eines toxischen Chefs!
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